Und so trafen sich die 31 Schülerinnen und Schüler des Josef-Effner-Gymnasiums und des Ignaz-Taschner-Gymnasiums, angeführt von ihren fünf Betreuern Thomas Hücherig, Ennes Auerswald, Thomas Schulz, Andi Plennert und Rainer Duell, frühmorgens am Samstag, den 11.10.2008, bestärkt von der Aussicht auf einen gutgelaunten Wettergott, um sich den außergewöhnlichen Ruderherausforderungen eines natürlichen Trainingsareals zu stellen. Bereits um 8.30 Uhr konnte mit drei Kleinbussen, zwei Privat-PKWs und einem überlangen Bootsanhänger ins schöne Chiemgau gestartet werden.
Gleich nach der Ankunft in Ising am Chiemsee ging es daran, die Boote seetauglich zu machen. Als diese friedlich im Wasser lagen, konnte mit einem Achter, vier Vierern und einem Zweier in (den), noch vom Nebel verschleierten, See gestochen werden. Doch auch wenn das Pausenziel, die Fraueninsel, durch die Nebelschwaden vom Ostufer in Ising aus noch nicht zu erkennen war, hieß es für alle Jungsportler und diejenigen der Betreuer, die als Steuermänner fungierten, „Volle Kraft voraus!".
Als die Flotte allerdings nach ungefähr eineinviertel Stunden ihr Etappenziel erreichte, wurden einige Ruderneulinge bei folgendem Befehl, „Schuhe ausziehen und aussteigen!", buchstäblich ins kalte Wasser geschmissen. Aber sobald alle ausgekühlten Fußpaare sowie die Boote im Trockenen waren, wurde in den gemütlicheren Teil der Pause, die Brotzeit, übergegangen. So konnte jeder bei herrlichstem Wetter seinen Energiespeicher regenerieren und die Armada bald zur Heimfahrt gen Ostufer aufbrechen. Bei perfekten Ruderbedingungen und angenehmen Temperaturen verging die Heimfahrt wie im Fluge.
Nachdem ums wiederholte Male an diesem Tag der Hunger, diesmal in der Schulküche des ortsansässigen Internats, gestillt war, ging es in den großen Kampf, wer sich die bequemste Matte in der Turnhalle als Schlafgemach sichern konnte.
Das Abendprogramm wurde auf die individuellen Wünsche jedes Einzelnen abgestimmt und reichte von Schlafen bis zum abendlichen Golfplatzspaziergang.
Am Sonntag wurden die Athleten vom Duft eines mit Liebe zubereiteten 100-Mann-Frühstücks geweckt. Anschließend ging es bei noch traumhafteren Witterungsbedingungen, herrlichem Alpenpanorama und aalglatter „Arbeitsoberfläche" aufs Wasser. Dieser Tag war wohl einer der bisher schönsten Rudertage einiger Jungsportler.
Nach dem Genussrudern wurde die gesamte Mannschaft wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und das hieß: Boote putzen und verladefertig machen!
Gleich darauf konnten sich die meisten auch von den anstrengenden Putzeskapaden auf der Heimfahrt erholen.
Das Wochenende endete an der Olympiaregattaanlage in Oberschleißheim und auch hier hieß es dann wieder „Boote aufriggern!"